Reisebericht von Sebastian Wagner

Warschau und Krakau sind gewiss Zeugen einer bewegten Geschichte, haben sich aber zugleich zu trendigen Städten mit gehörigem MICE-Potenzial entwickelt. Vom 05.-07. April 2019 begleitete Sebastian insgesamt 9 Tagungsplaner aus der DACH-Region auf unserer Entdeckungsreise nach Warschau und Krakau mit Creative Poland und LOT Polish Airlines.

Auf dem Programm standen 2 Städte in 72 Stunden, daher lag der Fokus ganz klar darauf, ein generelles Gefühl für Polen als potenzielle MICE-Destination zu bekommen, die Vielseitigkeit beider Städte sowie deren Logistik kennenzulernen.

Warschau

IMG 2156 CustomWarschauErster Stopp war Warschau – neben der guten Fluganbindung (direkt mit LOT oder Lufthansa von insgesamt 12 Abflughäfen aus der DACH-Region) und der kurzen Flugdauer überzeugte uns die kurze Transferzeit vom Flughafen Chopin in die Innenstadt. Hier befinden sich neben dem InterContinental (404 Zimmer, alle 2018 renoviert) weitere Hotels nahezu aller gängigen Ketten sowie auch kleinere Boutique-Hotels, welche sich eher für Incentive-Gruppen oder Buyouts anbieten.

Warschau ist eine Stadt mit zwei Gesichtern und jeder Menge Potenzial für ausgefallene Events, Meetings, Konferenzen oder Product Launches. Nachdem alle angekommen waren, machten wir uns in den Vintage-Bussen aus den 1960er Jahren (den sog. „Nyska“) auf zum Location-Check, getreu dem Motto „From Royal to Industrial and Everything in Between!“ – und das bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen um die 20° C.

Auf der einen Seite hat man das moderne Zentrum mit dem Kultur- und Wissenschaftspalast (ein Vermächtnis Stalins aus den 1950er Jahren und mit 231m Höhe das Wahrzeichen der Stadt), der mittlerweile eingerahmt ist von einer Reihe spektakulärer Hochhäuser und Bürogebäude. Auf der anderen Seite die malerische Altstadt von Warschau mit ihren bunten Häuserfassaden.

Dazwischen immer wieder ausgefallene Locations wie das Ufficio Primo mit seinem Herzstück, dem ca. 630 qm großen Innenhof aus Granitboden und Galerien, die einen Hauch italienischer Renaissance versprühen. Nicht weit entfernt befindet sich die Technische Universität von Warschau, deren beeindruckende Aula („Aula Politechniki“) Platz für bis zu 400 Personen (sitzend) für Bankette und bis zu 1000 Personen (stehend) für Empfänge bietet.

Lazienki PalaceLazienki PalaceAußerhalb des Stadtzentrums (ca. 25 Min. Transferzeit) erwartet uns die exklusivste Location, das Belvedere im Lazienki-Park. Dieser barocke Palast eignet sich ideal als Gala Venue für elegante Abende bis zu 200 Personen (sitzend) und bietet moderne, internationale Küche auf Sterne-Niveau. Der runde, verglaste Wintergarten inmitten des Parks bietet einen tollen Ausblick und kann exklusiv auch für kleinere Gruppen gemietet werden. Die weiter oben im Park gelegene „Alte Orangerie“ hingegen ist der perfekte Ort für Empfänge, bevor man per Kutsche oder Oldtimer zum Belvedere gefahren wird.

Konoser 1 CustomKoneser WodkafabrikAuf der anderen Seite der Weichsel (ca. 20 Min. vom Zentrum entfernt) befindet sich der post-industrielle Stadtteil Praga District. Das alte Arbeiterviertel hat sich in den letzten Jahren zu einem der aufstrebenden Viertel Warschaus entwickelt, in dem sich alte Lager- und Fabrikhallen befinden, die durch stylische und kreative Ideen aufgewertet wurden und nun den Charme vergangener harter Fabrikarbeit versprühen, gepaart mit zeitgenössischer Architektur und Moderne. Hervorzuheben ist hier das Gelände der ehemaligen Warschauer Wodka-Fabrik „Koneser“, wo ein Komplex von Büro-, Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen entstanden ist, der neben verschiedensten multifunktionalen Eventflächen auch das „Polish Vodka Museum“ und ein neues Moxy-Hotel beheimatet.

Einen sehr schönen Abend hatten wir im Ale Gloria. Das äußerst liebevoll eingerichtete und dekorierte Restaurant bietet vier Speiseräume (für insgesamt 120 Personen) und serviert traditionell polnische Küche mit einem Hauch Modernität. Eine unterhaltsame Pause hatten wir dank eines Piroggen-Workshops, der uns zugleich einen leckeren Zwischenhang bescherte.

Am Vormittag haben wir uns noch die malerische Altstadt Warschaus angeschaut. Der Marktplatz versprüht ein besonders lebendiges, aber gemütliches Flair durch zahlreiche Restaurants mit einladenden Terrassen. Die Altstadt ist bestens für eine Stadtrallye geeignet, die viele kulinarische Stopps beinhaltet, wie z.B. eine typisch polnische Milchbar, ein Vodka-Tasting oder in einem der vielen Café mit hervorragender Patisserie.

Die Kubicki Arcades unterhalb des Royal Castle am Ufer der Weichsel dienen heute als Veranstaltungs- und Tagungslocation in roter Backsteinarchitektur mit Glasfront, die mit einer Länge von 192 Metern in 5 Sektionen aufgeteilt werden kann und Platz für bis zu 800 Personen (Dinner) auf 1600qm bietet. Der im klassizistischen Stil errichtete Primas-Palast („Prymasowski Palace“) bietet im Erdgeschoss eine Vielzahl an Räumen für Ihre Veranstaltung (von 44-225 qm) und überrascht im Untergeschoss mit einem prächtig backsteinernen Gewölbe, welches als zusätzliche Eventfläche genutzt werden kann (350 qm).

Wer Warschau heute sieht, kann sich nur schwer vorstellen, dass die Metropole an der Weichsel im Zweiten Weltkrieg mit unvorstellbarer Gewalt im wahrsten Sinne „plattgemacht“ worden war.

Fazit: Warschau ist ideal für Konferenzen und große Events, die große Kapazitäten mit außergewöhnlichem Rahmenprogramm brauchen. Was sie an Schönheit vielleicht auch ein bisschen vermissen lässt, macht sie an Lebendigkeit und Innovation wieder wett - Warschau ist heute eine der pfiffigsten Hauptstädte Europas. Besonders schön: Die herzliche Willkommenskultur und sehr aufmerksamer Service!

 

Krakau

Um die Mittagszeit brachte uns die polnische Bahn in ihrem modernen und sehr bequemen Zug innerhalb von ca. 2 Stunden nach Krakau – und das pünktlich auf die Minute.

Tram Depot außen CustomTram-Depot - AußenbereichKrakau ist ursprünglicher als Warschau, da die Stadt nicht wie Warschau im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurde. Die Architektur der Stadt ist zu einem großen Teil erhalten geblieben, so dass die alten Gassen und Häuser einen sehr pittoresken Hintergrund bilden. Die Altstadt steht völlig zu Recht auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe-Stätten. Bis ins 17. Jahrhundert war Krakau die Hauptstadt Polens und Sitz des polnischen Königs.

Auch wenn uns das Wetter bei Ankunft in Krakau zunächst nicht ganz so wohl gesonnen war, hat das der guten Laune nicht geschadet und wir haben auch hier mit Creative Poland einen vielseitigen Mix an MICE-Locations kennenlernen dürfen. Zu den Highlights gehört der große Marktplatz mit den riesigen Renaissance-Tuchhallen in seiner Mitte. In der Galerie kann man aber auch exklusive Gala-Events für bis zu 150 Personen (sitzend) organisieren. Rund um den Marktplatz reihen sich zudem eine Vielzahl an Restaurants, die sowohl klassische, als auch moderne polnische Küche servieren und je nach Gruppengröße variabel sind.

Übernachtet haben wir im Sheraton Krakau (350 Zimmer, alle 2018 renoviert), welches direkt am Ufer der Weichsel und in unmittelbarer Nähe der Altstadt gelegen ist. Das Hotel bietet eine gute Ausgangslage, um mit einer Gruppe die Stadt im Rahmen einer Rallye zu erkunden. Ergänzend kann man die rasanten Elektro-Minibusse Melex für die Besichtigung einbauen, um in das angrenzende jüdische Viertel zu fahren.

Im jüdischen Viertel „Kazimierz“ findet man viele wir traditionell-jüdische Restaurants und Cafés. Hier hat man die Möglichkeit, in eine völlig andere Welt einzutauchen. Wussten Sie, dass man in Krakau auch eine Synagoge (außer Samstags) oder gar ein altes Tram-Depot privatisieren kann?

Lubicz Brewery CustomLubicz BreweryDass Krakau die zweitgrößte Universitätsstadt Polens ist und auch somit auch viele junge Menschen anzieht, merkt man insbesondere am Abend. Vom Zeitpunkt her glücklich gewählt, haben wir uns nach dem Abendessen die Lubicz-Brauerei mit ihren verschiedenen Eventflächen angeschaut. Hier kann man auch eine Führung durch die Mikrobrauerei machen, die dann mit einer Bierverkostung endet. Für das weitere Abendprogramm bietet Krakau rund 200 urige Kellerkneipen, die meist in alten Gewölbekellern gelegen sind - es sollte also das Passende für Ihre Gruppe dabei sein

Wieliczka SalzmineAls Kontrast zum Stadtprogramm erwartet uns am letzten Tag ein Ausflug ins Grüne. Nach nur 20 Minuten Fahrt erreichen wir die Salzmine „Wieliczka“. Zunächst geht es 54 Stockwerke zu Fuß (!) immer tiefer in die Erde. Unten angekommen werden wir auf etwa 3 Kilometern durch das komplexe Gangsystem geführt und kommen immer wieder an einer der über 30 Kammern und künstlichen unterirdischen Seen vorbei. Mein Highlight ist die letzte Kammer, 135 Meter unter der Erde. Sie kann als Location der ganz besonderen Art gemietet werden und ist die perfekte Location für ein Gala-Event „unter Tage“. Und wer sich jetzt fragt, wie man in Highheels und Galakleid 54 Stockwerke tief herunterkommen soll, der kann beruhigt in einen der Minen-Fahrstühle steigen und innerhalb von 45 Sekunden in die Tiefe sausen.

Fazit: Eine tolle Incentive-Destination, in der das Programm leicht für jedes Kundenprofil entsprechend angepasst werden kann, von sportlich-aktiv bis kulturell, mit jeder Menge interaktiver Erlebnisse mit Land und Leuten.

Eines ist gewiss, Pawel (Managing Director von Creative Poland) steht sinnbildlich für das moderne Polen, fernab von konservativen Denkweisen. Zudem erfüllt er doch keines der klassischen Klischees, die man als „Westeuropäer“ doch hin und wieder im Hinterkopf hat – Polen können nur polnisch sprechen. Polen lächeln nie. Polen sind intolerant. Vielmehr treffen hier Kreativität und Einfallsreichtum auf pure Leidenschaft, und das merkt man auf allen Ebenen.

Unsere Facebook-Galerie zum Famtrip nach Polen finden Sie hier.